Strafrecht

Das Strafrecht stellt das schärfste Schwert des Staates dar, wenn es um Eingriffe in die Rechte seiner Bürger geht. Hier ist ein starkes Schild oft unverzichtbar. Die Folgen eines Strafverfahrens reichen von der Verhängung von Geldstrafen, Fahrverboten, Berufsverboten bis zum Freiheitsentzug. Darüber hinaus kann der Ruf eines Bürgers, der ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten ist, unwiderruflich zerstört werden. Hier muss man sich darüber im Klaren sein, dass auf Seiten der Justiz handverlesene Experten arbeiten, was es umso wichtiger macht, sich durch einen kompetenten Strafverteidiger verteidigen zu lassen. Nur so können Sie vom Beginn an die erforderliche Waffengleichheit herstellen. Doch nicht nur für den Bürger, auch für ein Unternehmen und dessen Organe (z.B. Geschäftsführer) stellt ein Strafverfahren eine erhebliche Belastung dar. Wird gegen ein Unternehmen erst ermittelt, ist dessen Ruf oder Marke schnell ruiniert. Daher sind wir hier besonders bemüht, eine Einstellung des Verfahrens noch vor der Eröffnung eines öffentlichen Prozesses zu erreichen.


Strafverteidiger in dortmund

Strafverteidigung in Dortmund, Lünen, Schwerte und Umgebung

 

Bei der Wahl seines Rechtsanwalts in zivilrechtlichen Angelegenheiten ist schon Obacht geboten. Selbstverständlich will man, dass der Beste der Branche die eigenen rechtlichen Interessen vertritt. Während man aber bei zivilrechtlichen Angelegenheiten meist schon mit einem Rechtsbeistand, der das Recht kennt und anzuwenden weiß, auskommt werden von einem Rechtsanwalt und Strafverteidiger gleichwohl mehr bzw. auch andere Qualitäten verlangt.

 

Geht es bei der Wahl eines passenden Strafverteidigers nur um das reine Fachwissen des

Strafgesetzbuch (StGB) und der Strafprozessordnung (StPO), kann man mit einem Fachanwalt für Strafrecht per se nichts falsch machen. Jedoch geht es bei einem strafrechtlichen Mandat um sehr viel mehr. Einem Strafverteidiger, egal ob Wahlverteidiger oder Pflichtverteidiger muss man sein Vertrauen schenken. In seine Hände legt man eventuell nicht weniger, als seine Freiheit.

 

Deswegen wird man von einem Strafverteidiger erwarten müssen, dass er für seinen Mandanten da ist. Oft ist er, der Einzige, der in dieser schwierigen Zeit zu einem steht, wenn sich die Familie und Freunde vielleicht schon abgewandt haben. Ist man eventuell in Haft, ist er das Tor zur Außenwelt und ggf. der einzige Bezugspunkt zur Gesellschaft.

 

Er muss aber auch hart in der Sache sein. Denn für seinen Mandanten stellt er sich ggf. gegen den Staat und insbesondere gegen den Apparat der Justiz. So muss er selbstbewusst und kundig mit den Behörden verhandeln können um die Rechte seines Mandanten zu schützen und zu wahren (Papiertiger haben hier keine Chance).

 

Er muss aber auch das Leben jenseits der juristischen Bibliotheken und Gerichtskantinen kennen. Nur wer Vollzugsbeamte und Täter kennt und versteht, kann auch deren Vertrauen, Respekt und Kooperationsbereitschaft gewinnen. Das Strafrecht und die Strafverteidigung erfordern volle Bereitschaft und Leidenschaft sowie den Glauben an den Rechtsstaat.

 

In uns, der Rechtsanwaltskanzlei Scholz Dortmund, finden Sie einen solchen Strafverteidiger.

 

  • Wir sind für sie da, auch wenn Ihnen niemand mehr beisteht.
  • Wir haben nicht nur die juristische Expertise und den Sachverstand. Wir kennen darüber hinaus, durch unsere Tätigkeit bei einer Strafbehörde, das taktische Vorgehen der Beamten und deren Denkweise.
  • Wir können uns in Täter und Beamte hineinversetzen. Denn wir haben auch jenseits der juristischen Tätigkeit als  Rechtsanwalt andere Berufe ausgeübt. So haben wir auch ein anderes Leben kennen gelernt. Denn vor dem Jurastudium war Rechtsanwalt Marcus Scholz Soldat bei der Bundeswehr und unter anderem im Auslandseinsatz tätig.

 

Wenn Sie also nicht nur einen kompetenten Strafrechtler als Ihren Verteidiger an Ihrer Seite haben wollen, sondern jemanden der Ihnen, zwar nicht das Blaue vom Himmel verspricht und somit keine unerfüllbaren Erwartungen weckt, Ihnen aber felsenfest beisteht, Sie und Ihre Rechte schützt, sich für Sie einsetzt und sich für Sie stark macht, dann freue ich mich Sie als Mandanten verteidigen zu dürfen.

 

Wir stehen unseren Mandanten bei allen Vorwürfen des Strafrechts (z. B. Körperverletzung, Sexualdelikte, Totschlag, Diebstahl, Betrug, Erpressung, Nötigung, Sachbeschädigung, Computerbetrug, Mobbing, Stalking, Erschleichung von Dienstleistungen etc.) als Wahlverteidiger oder Pflichtverteidiger in Dortmund, Lünen, Schwerte und Umgebung zur Verfügung.  Darüber hinaus bieten wir auch in Sachen des Jugendstrafrechts unsere Expertise an. Gerade im Bereich des Jugendstrafrechts werden von einem Strafverteidiger auch pädagogische Fähigkeiten verlangt, die wir durch die Erziehung unserer eigenen Kinder sowie die Unterrichtung zahlreicher Soldaten erlernt und vertieft haben.

 

Aus Interesse stehen wir unseren Mandanten aber auch im Bereich des Wirtschaftsstrafrechts zur Verfügung. Hier konnte Rechtsanwalt Scholz bereits bei der Schwerpunktabteilung der

Staatsanwaltschaf in Dortmund seine Ausbildung absolvieren. Als gelernter Kaufmann für Groß und Außenhandel kennt er zudem das tägliche Geschäft und den Ablauf eines Unternehmens.

 

Darüber hinaus bieten wir eine umfangreiche Verteidigung auch im Bereich des Medizinstrafrechts an. Dies ergänzt sich bestens mit unserem zivilrechtlichen Interessensschwerpunt dem
Medizinrecht.

 

 

Wenn Sie eine Verteidigung oder Beratung wünschen, nehmen Sie gerne über das untenstehende Formular Kontakt zu uns auf.

 

In Notfällen (Haft, Durchsuchung, Vernehmung) stehen wir Ihnen selbstverständlich auch außerhalb unserer Bürozeiten zur Verfügung.

 

Ich freue mich auf Ihre Kontaktanfrage

 

Ihr Marcus Scholz

Rechtsanwalt & Strafverteidiger

 


strafverfahren & Strafverteidigung

 

Mit dem materiellen Strafrecht, dem Strafprozessrecht und dem Strafvollstreckungsrecht, hat der Gesetzgeber der Justiz ein scharfes Schwert in die Hand gegeben. Ist man erstmal verdächtigt, eine Straftat begangen zu haben, steht man, als sogenannte Herrin des Verfahrens, der Staatsanwaltschaft gegenüber.

 

 

Ermittlungsverfahren

 

Im sogenannten Ermittlungsverfahren, werden nun die Ermittlungsbeamten (i.d.R. die Polizei) sämtliche Beweise (ggf. Tatgegenstände, Dokumente, Zeugen) und die Vernehmung des Beschuldigten sammeln. Hier gilt es bereits, trotz des erheblichen Drucks, einen kühlen Kopf zu bewahren. Am besten schaltet man bereits zu diesem Zeitpunkt einen Strafverteidiger ein.

 

Für den Fall, dass man sich selbst verteidigen will, was je nach Straftat möglich ist, empfiehlt es sich jedoch, Ruhe und vor allem Schweigen zu bewahren. Kein Beschuldigter ist dazu verpflichtet, den Ermittlungsbehörden bei ihren Ermittlungen zu helfen. Merken Sie sich,

 

 

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

 

 

Sind die Ermittlungen abgeschlossen, prüft die Staatsanwaltschaft ihr weiteres Vorgehen. Zu beachten ist auch, dass ein Strafverteidiger die Möglichkeit hat, Akteneisicht zu verlangen. Hierdurch ist er, anders als der Beschuldigte, in der Lage, eine individuelle und taktische Strafverteidigung aufzubauen. Auch ist man dadurch bereits in die Lage versetzt, die ersten Weichen für eine mildere Strafe (z.B. durch Täter-Opfer- Ausgleich) zu stellen. Auch ist nicht zu unterschätzen, dass sich bereits gravierende Fehler bei der Beweiserhebung zeigen können z. B

 

  • Verstöße gegen die Belehrungspflicht
  • verbotene Belehrungsmethoden (z. B. Täuschung),
  • falsche Belehrungen bei Zeugen (z. b. weil diese ein Zeugnisverweigerungsrecht hatte)
  • fehlerhafte Durchsuchung, 
  • fehlerhafte Beschlagnahmung
  • fehlerhafte Blutprobenentnahme, 
  • fehlerhafte verdeckte Ermittlungen (z.B. V-Leute, Telefonüberwachung).

Werden hier bereits formelle oder materielle Fehler enttarnt, könnten diese einer späteren Verwertung im Prozess widersprechen, sodass sie ggf. unbrauchbar sind.

 

Nicht selten kann bereits durch ein anwaltliches Schreiben, die Staatsanwaltschaft dazu bewogen werden, dass Verfahren einzustellen.

 

Strafbefehl / Strafbefehlsverfahren

Sie kann aber auch einen Strafbefehl beantragen, der, sofern die Voraussetzungen vorliegen, vom zuständigen Strafgericht erlassen wird (Beschleunigung des Verfahrens, Entlastung der Gerichte und der Staatsanwaltschaft). In diesem Fall kann der Beschuldigte entscheiden, ob er die Strafe (i.d.R. Geldstrafe, Fahrverbot) annehmen möchte. Möchte er sich dagegen wehren, muss er innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen. In dem Fall kommt es dann zur Hauptverhandlung.

 

Die Hauptverhandlung

Die Staatsanwaltschaft kann aber auch die Eröffnung des Hauptverfahrens beantragen (Anklage). Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Sie durch einen Rechtsanwalt / Strafverteidiger vertreten sein. Hier gilt es eine umfassende und strategische Verteidigung aufzubauen und durchzusetzen. Neben den reinen materiellen Voraussetzungen einer Strafnorm z.B. Körperverletzung, kommt den prozessualen Vorschriften der StPO besondere Bedeutung zu. Hier gilt es auf eventuelle Verwertungsverbote hinzuwirken, Entlastungszeugen zu benennen und präsente Zeugen zu befragen. Die Rolle des Strafverteidigers im Prozess sollte man nicht unterschätzen.  Er hat nicht nur für seinen Mandanten mit allen möglichen Mitteln eine Verteidigung aufzubauen, sondern muss auch überwachen, ob Staatsanwaltschaft und Gericht sich an Rechtsprechung und Gesetz halten. Da gerade der Strafverteidiger bereits aufgrund des Aktenstudiums erahnen kann, wo die Reise hingeht, kann er die Verteidigung, eventuell hinsichtlich des Strafmaßes darauf abzielen. So kann er den Angeklagten entsprechende Handlungsempfehlungen hinsichtlich seines Verhaltens, Kleidung etc. mit an die Hand geben. Auch ist es möglich, dass das Verfahren noch während der Hauptverhandlung eingestellt wird.

 

 

Ist die Verhandlung beendet (diese kann über mehrere Tage / Wochen gehen) spricht das Gericht, nach den Plädoyers der Staatsanwaltschaft, des Verteidigers und dem letzten Wort des Angeklagten, nach einer Beratung ein Urteil.

 

 

Die häufigsten Strafen sind

 

  • Geldstrafe nach Tagessätzen
  • Fahrverbote
  • Berufsverbote
  • Einzug der Beschlagnahmten Gegenstände
  • Freiheitsstrafe zur Bewährung
  • Freiheitstrafe ohne Bewährung

Ist man aus diversen Gründen mit dem Schuldspruch nicht einverstanden (man ist unschuldig oder hält das Strafmaß für unangemessen hoch), kann es sich empfehlen, gegen das Urteil ein Rechtsmittel (Berufung / Revision) einzulegen. Andernfalls wird die Strafe vollzogen bzw. vollstreckt. Aller spätestens diese Möglichkeiten sollten mit einem Rechtsanwalt / Strafverteidiger besprochen werden. Selbstverständlich stehen wir Ihnen, zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens beratend und vertretend zur Seite.

 


wirtschaftsstrafrecht

Die Einleitung eines Ermittlungverfahrens gegen ein Unternhemen bzw. dessen Vertreter kann fatale Folgen nach sich ziehen, die sich nur mit enormen finanziellen Aufwand wiederherstellen lassen. In manchen Fällen kann sogar das Vertrauen der Öffentlichkeit (Kunden) gänzlich zerstört werden. Auf eine Verurteilung kommt es dann gar nicht mehr an. Hier möchten wir Sie, als Unternehmer, bereits im Vorfeld für diese schwerwiegende und immer präsentere Thematik sensibilisieren. Deswegen bieten wir nicht nur eine umfassende und kompetente Verteidigung an, sondern auch eine individuelle Beratung, die stets auf Ihr Unternehmen und Ihre Branche zugeschnitten ist. Gemeinsam analysieren wir typische Gefahrenquellen und erstellen geeignete Compliance und Strategien um diese zu minimieren.

 

Typische Delitkgruppen im Bereich des Wirtschaftsrechts sind:

  • Betrug
  • Computerbetrug
  • Subventionsbetrug
  • Versicherungsbetrug
  • Untreue
  • Scheck- und Kreditkartenmissbrauch
  • Insolvenzstrafrecht und Bilanzstrafrecht (z.B. Bankrott, Verletzung der Buchführungspflicht, Gläubigerbegünstigung, Schuldnerbegünstigung, Insolvenzverschleppung, Falsche Angaben gegenüber Prüfern, Falschangabedelikte § 399 AktG, § 82 GmbHG)
  • Korruptionsdelikte (Vorteilsannahme, Bestechlichkeit,Bestechung)
  • Delikte gegen den Wettbewerb
  • Arbeitsstrafrecht (Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt, illegale Beschäftigung, illegale Arbeitnehmerüberlassung

Die Kaufentscheidung eines Kunden, egal ob es sich um ein Produkt oder eine Dienstleistung handelt, wird immer auch vom Ruf des Unternehmens bzw. des erbaren Kaufmannes bestimmt. Daher ist es essentiell, eine entsprechende Strategien zu fahren, die den erarbeiteten Ruf Ihres Unternehmens bewahren kann.

Hier sind wir stets bestrebt eine Strategie zu finden, die ein öffentliches Verfahren verhindern kann. So nehmen wir frühzeitig Kontakt zur Schwerpunktstaatsanwaltschaft auf um auf eine Einstellung, ggf. gegen Auflage (Geldzahlung) hinzuwirken. Lässt sich dies jedoch nicht verhindern, gilt es, neben der reinen Strafverteidigung, auch eine entsprechende PR - Strategie zu fahren. 



Jugendstrafrecht

Das Jugendstrafrecht

 

Das sogenannte Jugendstrafrecht ist ein besonderer Teil des Strafrechts und des Strafprozessrechts. Anders als beim Strafrecht, steht beim Jugendstrafrecht nicht die Sühne für die begangene Tat im Vordergrund. Vielmehr bietet das Jugendstrafrecht deutlich gezieltere Maßnahmen und Sanktionen, um bei dem Täter der Täterin auf der einen Seite das Unrechtbewusstsein zu schärfen und auf der anderen Seite jedoch nicht derart zu bestrafen, dass es sich Entwicklungshemmend auswirkt. Denn der Gesetzgeber geht davon aus, dass junge Straftäter bei der Begehung der Tat grundsätzlich kein mit Erwachsenen vergleichbares Unrechtbewusstsein aufweisen. Vielmehr ist eine Vielzahl der in der Jugendkriminalität begangenen Straftaten eher im milderen Bereich angesiedelt, wobei es sich häufig um vorübergehende Entgleisungen handelt. Daher ist es primäres Ziel des Jugendstrafrechts präventiv und erzieherisch auf den jungen Täter einzuwirken, der, anders als bei Erwachsenen, noch wesentlich formbarer ist.

 

Wer fällt unter das Jugendstrafrecht?

Durch das Jugendstrafrecht sind vor allem und eingeschränkt Täter privilegiert, die zum Tatzeitpunkt Jugendliche waren. Unter dem Begriff Jugendliche fällt die Altersstufe 14 bis 17 Jahre (§ 1 Abs. 2 JGG). Darüber hinaus können auch Heranwachsende im Alter von 18 – 20 Jahren unter das Jugendstrafrecht fallen. Hierbei muss jedoch die Anwendbarkeit des Jugendstrafrechts besonders festgestellt werden. Dies geschieht durch eine sogenannte Reifeprüfung. Dabei wird geprüft, ob die Reife des  jungen Täters eher der Reife eines Jugendlichen oder eher der eines Erwachsenen zuzuordnen ist, wobei nicht nur die Persönlichkeit des Täters, sondern auch die Begehung der Tat (Umstände), als auch die Tat als solche Einfluss auf die Anwendbarkeit haben.

 

Was sind typische Delikte im Bereich der Jugendkriminalität

Insbesondere an Schulen im Raum Dortmund und Lünen mehren sich derzeit die Anzeigen im Bereich der Jugendkriminalität (vgl. Artikel Radio 91.2). Dies führt aber auf ein verändertes Anzeigeverhalten der Lehrer zurück, die sich nach Ansicht der Bezirksregierung Arnsberg erhöht. Nach der polizeilichen Statistik ist die Jugendkriminalität eher rückläufig.

Typische Straftaten die von Jugendlichen und Heranwachsenden begangen werden sind:

Ladendiebstahl

Sachbeschädigung

Körperverletzung

Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Rauschgiftdelikte)

Illegales Graffiti

Abrippen / Abziehen (Diebstahl, Raub, Betrug)

Mobbing (= Beleidigung, Nötigung, Erpressung)

Cyber- Bullying (online Beleidung, Nötigung etc.)

Happy Slapping (Filmen wie ein Fremder geschlagen, verprügelt oder vergewaltigt wird und dies dann im Internet veröffentlichen)

Beförderungserschleichung

Bitchfight (hierbei beleidigen und schlagen sich Mädchen und stellen dies ins Internet z.B. Youtube).

 

Welche Sanktionen bietet das Jugendstrafrecht?

 

Nach § 5 JGG stehen dem Richter drei verschiedene Sanktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Die mildeste Sanktionsform ist die Erziehungsmaßregel. Sollte diese aufgrund der Tat oder des Täters nicht mehr angemessen sein, kann das Jugendstrafgericht auch ein Zuchtmittel oder eine Jugendstrafe verhängen.

 

Erziehungsmaßregeln

Nach § 9 Abs. 1 JGG versteht man unter Erziehungsmaßregeln, dass das Jugendstrafgericht folgende Maßnahmen, in § 10 JGG normierten Anweisungen an den jungen Straftäter erteilen kann.

(1) Weisungen sind Gebote und Verbote, welche die Lebensführung des Jugendlichen regeln und dadurch seine Erziehung fördern und sichern sollen. Dabei dürfen an die Lebensführung des Jugendlichen keine unzumutbaren Anforderungen gestellt werden. Der Richter kann dem Jugendlichen insbesondere auferlegen,

 

1. Weisungen zu befolgen, die sich auf den Aufenthaltsort beziehen,

2. bei einer Familie oder in einem Heim zu wohnen,

3. eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle anzunehmen,

4. Arbeitsleistungen zu erbringen,

5. sich der Betreuung und Aufsicht einer bestimmten Person (Betreuungshelfer) zu unterstellen,

6. an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen,

7. sich zu bemühen, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen (Täter-Opfer-Ausgleich),

8. den Verkehr mit bestimmten Personen oder den Besuch von Gast- oder Vergnügungsstätten zu unterlassen oder

9. an einem Verkehrsunterricht teilzunehmen.

 

Zuchtmittel

Kommt der Richter zu dem Ergebnis, dass eine Erziehungsmaßnahme nicht geboten ist, kann er auch ein Zuchtmittel einsetzten. Darunter fällt gemäß § 13 JGG die Verwarnung, die Auflage und der Jugendarrest.

 

Während die Verwarnung den jungen Straftäter lediglich sein Unrecht vor Augen führen soll, ist die Auflage schon deutlich intensiver.

(1) Der Richter kann dem Jugendlichen auferlegen,

 

1. nach Kräften den durch die Tat verursachten Schaden wiedergutzumachen,

2. sich persönlich bei dem Verletzten zu entschuldigen,

3. Arbeitsleistungen zu erbringen oder

4. einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zu zahlen.

 

Dabei dürfen an den Jugendlichen keine unzumutbaren Anforderungen gestellt werden.

(2) Der Richter soll die Zahlung eines Geldbetrages nur anordnen, wenn

 

1. der Jugendliche eine leichte Verfehlung begangen hat und anzunehmen ist, daß er den Geldbetrag aus Mitteln zahlt, über die er selbständig verfügen darf, oder

2. dem Jugendlichen der Gewinn, den er aus der Tat erlangt, oder das Entgelt, das er für sie erhalten hat, entzogen werden soll.

 

(3) Der Richter kann nachträglich Auflagen ändern oder von ihrer Erfüllung ganz oder zum Teil befreien, wenn dies aus Gründen der Erziehung geboten ist. Bei schuldhafter Nichterfüllung von Auflagen gilt § 11 Abs. 3 entsprechend. Ist Jugendarrest vollstreckt worden, so kann der Richter die Auflagen ganz oder zum Teil für erledigt erklären.

 

Jugendarrest

Hält der Straftäter die Auflagen nicht ein oder erscheinen sie nicht zielführend, kann der Richter auch einen sogenannten Jugendarrest verhängen. Hierbei handelt es sich bereits um eine freiheitsentziehende Maßnahme und folglich um einen sehr intensiven Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des jungen Straftäters. Die schärfste Form des Jugendarrestes ist der sogenannte Dauerarrest, dieser kann gemäß § 16 Abs. 5 JGG für mindestens eine und höchsten vier Wochen verhängt werden.

 

Jugendstrafe

Kommt das Jugendgericht zu der Feststellung, dass Maßregeln und Zuchtmittel in Anbetracht der Neigung des Täters und der Schwere der Tat nicht ausreichen oder zielführend sind, kann es auch Jugendstrafe verhängen. Die Jungendstrafe stellt eine freiheitsentziehende Maßnahme da und wird für mindestens sechs Monaten aber unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 10 Jahren verhängt.

 

Ablauf des Jugendstrafverfahrens

 

Zunächst ist festzuhalten, dass es sich auch bei einem Jugendstrafverfahren um ein Strafverfahren handelt. Das heißt, hier sind grundsätzlich auch die Strafgerichte am Amtsgericht zuständig. Hier haben jedoch die Gerichte spezielle Abteilungen die sich Jugendstrafgericht nennen. Eine Besonderheit, im Gegensatz zum Strafprozess, ist hier jedoch, dass grundsätzlich das Jugendstrafgericht zuständig ist, dass sich am Wohnort des Angeklagten befindet.

 

Verfahrensbeteiligte und deren Besonderheiten

Auch bei einem jugendstrafrechtlichen Verfahren ist ein Richter (Schöffen), ein Staatsanwalt und im besten Fall ein Verteidiger Verfahrensbeteiligter. Eine Besonderheit gilt hier insoweit, als dass sowohl die Schöffen als auch die Staatsanwaltschaft hinsichtlich des Jugendstrafrechts besonders, vor allem pädagogisch, geschult sind. Selbstverständlich sind bei minderjährigen Tätern ach die Erziehungsberechtigten als Vertreter involviert.

 

Anders als bei einem herkömmlichen Strafverfahren, wird bei einem Jugendstrafverfahren noch die sogenannte Jugendgerichtshilfe hinzugezogen. Diese soll vor allem die Reife des Heranwachsenden beurteilen (Vorgespräch) und das Gericht bei der Findung eines angemessenen Strafmaßes helfen.

 

Verfahrensgrundsätze

Anders als beim Strafverfahren ist ein Jugendstrafverfahren (bei Jugendlichen) unter Ausschluss der Öffentlichkeit (Persönlichkeitsschutz). Heranwachsende (ab 18 Jahre) müssen hingegen – grundsätzlich- eine öffentliche Sitzung hinnehmen.

 

Die Rolle des Strafverteidigers

 

Dem Strafverteidiger kommt eine besondere Rolle zu. Wie auch in einem gewöhnlichen Strafverfahren, ist der Strafverteidiger dazu verpflichtet, seinem jungen Mandanten nach allen möglichen Mitteln bestens zu verteidigen und mit dem Jugendlichen und ggf. seinen Erziehungsberechtigten die beste Verteidigungsstrategie zu entwickeln, Auf der anderen Seite, sollte der Strafverteidiger auch pädagogisch auf den Jugendlichen einwirken. Er sollte der Erste sein, neben den Eltern, der dem Täter das Unrecht vor Augen führt. Da der Verteidiger als erstes Akteneinsicht verlangen wird, können über ihn eventuell bereits im Vorfeld eines Prozesses erste Weichen für eine erfolgreiche Verteidigung gelegt werden (Täter-Opfer- Ausgleich). Auch ist nicht selten das Auftreten vor Gericht ein entscheidendes Kriterium, wie das spätere Strafmaß ausfällt. Daher gehört das Verhalten vor Gericht bereits zu einer nicht unerheblichen Strategie der Verteidigung, auf die der Verteidiger hinwirkt. Da gerade unter Druck durch die Justiz, Polizei bereits im Ermittlungsverfahren, erfahrungsgemäß die Beschuldigten einer Straftat sich nachteilig und unüberlegt äußern, empfiehlt es sich möglichst frühzeitig einen Verteidiger hinzuzuziehen.

Gerne stehen wir Ihnen zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens zur Verfügung. Da eine intensive Beratung in den meisten Fällen sehr sinnvoll ist, empfiehlt es sich, uns vor allem dann zu mandatieren, wenn Sie aus Dortmund, Lünen, Schwerte und Umgebung (ca. 30 km) sind. Dies ist aber nicht zwingend und kann zuvor via Email oder Telefon abgeklärt werden.

Ich freue mich auf Ihre Anfrage

 

Ihr Marcus Scholz

Rechtsanwalt & Strafverteidiger

 


Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.