· 

Irreführende Werbung mit 30% Rabatt auf fast alles.

In Möbelhäusern und Baumärkten arbeiten bekanntermaßen kreative Marketing-Experten. Anders geht es wohl auch nicht. So müssen zumindest Baumärkte ihren Kunden etwas schmackhaft machen, was für den Kunden eher unangenehm ist (Handwerksarbeit). Die Tim Taylors (Hobbyhandwerker und Profis) sind davon natürlich ausgeklammert.

 

Aber wenn die Marketing- Strategen und Experten schon ihrer Kreativität freien Lauf lassen, sollten die Ergüsse ihrer reativen Arbeit auch vorher einmal mit der jurisitschen Lupe, insbesondere mit dem Blick für das Wettbewerbsrecht / dem gewerblichen Rechttschutz betrachtet werden.

Das würde den Unternehmen sehr viel Zeit, Ärger und natürlich schlussendlich Geld sparen.

 

Im vorliegenden Fall hatte ein Möbelmarkt damit geworben, seinen Kunden 30% Rabatt auf fast alles zu gewähren. Hier hatte es das Wort "fast" senkrecht dargestellt und in einer Sprechblase mitgeteilt, dass sich der Rabatt auf Polstermöbel, Wohnwände, Küchen, Schlafzimmer, Stühle, Tische (..) eben auf fast alles beziehe.

Soweit so gut. Klingt erstmal nach einem tollen Angebot, zumal wir ohnehin eine ausgeprägte Schnäppchenjäger-Nation sind (Geiz ist Geil!).

 

Jedoch hatte das vermeindlich größzügige Angebot des Möbelmarktes einen Haken. In einem Beiwerk zu der Prospektwerbung hieß es dann, dass 40 Hersteller von der Rabattaktion ausgeschlossen seien.

 

Hieran nahm der 6. Senat des OLG Köln anstoß und entschied (vgl. OLG Köln Urtl. vom 20.04.2018, 6 U 153/17), dass es sich dabei um eine irreführende Werbung handele. Denn der Verbraucher könne die Werbung gar nicht anders verstehen, als das sich der Rabatt auf fast alle Produkte beziehe und die ausgeschriebenen Produkte uneingeschränkt in der Rabattaktion mit eingeschlossen seien.

 

Folglich sei die Werbung objektiv falsch und irreführend und sei auch nicht durch das Beiwerk richtig gestellt worden.

 

Fazit

Der Wettbewerbsdruck, insbesondere im Online Business, ist hart und wird zunehmend härter.

Fehler, gleich welcher Art, werden von Verbraucherzentralen und Wettbewerbern "gnadenlos" abgemahnt. Hier stellen sich besonnene Unternehmer und Unternehmerinnen deutlich besser, die ihre Marketingabteilung entsprechend (juristisch) schulen oder ihre Werbekampangen, Angebote etc. vorher hinsichtlich des Wettbewerbsrechts und des gewerblichen Rechtsschutzes prüfen lassen.