Ausgleichszahlung für Fluggäste bei fehlender Unterrichtung über die Annullierung eines Fluges

Ausgleichszahlung bei Annullierung eines Fluges

Kann ein Luftfahrtunternehmen nicht beweisen, dass es seinen fluggast mindestens zwei wochen vor dem geplanten abflug über die annullierung des fluges informiert hat, kann es zur entschädigungszahlung verpflichtet sein.

Mit Urteil vom 11.05.2017 hat der EuGH festgestellt, dass ein Luftfahrtunternehmen (Fluggesellschaft) auch dann zur Ausgleichszahlung verpflichtet ist, wenn der Fluggast seinen annullierten Flug nicht direkt bei dem Luftfahtunternehmen, sondern bei einem Online-Reiseportal gebucht hatte.

In ständiger Rechtssprechung des EuGH muss das Luftfahrtunternehmen im Prozess beweisen, dass es den Fluggast rechtzeitig (2-Wochen vor dem planmäßgen Start) über die Annullierung informiert hat.

Tut sie dies nicht, ist sie nach den Grundsätzen der VO 261/2004 EG zu einer Entschädigung von bis zu 600,00 € verpflichtet. Darüber hinaus hat der EuGH nun klargestellt, dass dies auch dann gilt, wenn der Fluggast seinen Flug über ein Reiseportal gebucht hatte ( vgl. EuGH 11.05.2017, C-302/16).

Durch das Urteil hat der EuGH erneut die Verbraucherrechte der Fluggäste gestärkt, obgleich er in seiner Urteilsverkündung deutlich machte, dass es dem Luftfahrtunternehmen möglich ist, das Reiseportal in Regress zu nehmen.  

 

 

 



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Ihr Marcus Scholz

Rechtsanwalt

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